Feuerlauf - 1


Silvester 1999: Mein erster Feuerlauf in Oberwart, Burgenland

Silvester-Feuerlauf: Der Holzstoß brennt ibereits n hellen Flammen.

Mit großem Respekt stand ich vor den loderndem Holzscheiten , die eine unglaubliche  Hitze verbreiteten und dachte mit sehr gemischten Gefühlen daran, dass ich in rund 2  Stunden
 mit bloßen Füßen über die glühenden Kohlen gehen soll.


Wolfgang Hauptwall. Dipl. Feuerlauftrainer

 

Mein 1. Feuerlauf 

Silvester 1999: Der Schnee lag ca. 20 cm hoch und mitten auf dem Platz  war ein Stapel Buchenholz - gut und tief eingeschneit.  Mein erster Feuerlauf sollte das werden. Ich wusste zwar schon immer, dass ich das einmal machen möchte, aber bis dato hat sich noch nie so richtig eine Gelegenheit dazu ergeben.  Nun aber passte es und ich war plötzlich mitten drin im Seminar.  Der Vortrag und die mentale Vorbereitung waren sehr gut. Ich konnte es fast  nicht erwarten und sehnte mich schon ungeduldig  nach dem Ende der Vorbereitungen. Für mich war es von Anfang an klar: Ich möchte da drüber gehen, ich werde da drüber gehen!

Die Gruppe war super, dennoch war eine  gewisse  Gespanntheit und teilweise auch Skepsis zu bemerken. Viele möchten einfach nur probieren, wie und ob es überhaupt funktioniert. Aber die Gruppe wächst zunehmend zusammen. Ein tolles Gefühl - !!

Am Nachmittag gingen wir dann raus und mussten buchstäblich die Buchenscheite aus dem Schnee ausgraben. Das war eine außergewöhnliche aber lustige Arbeit, nur mir war es unerklärlich, wie der Trainer Werner Supper diesen mit Schnee "verzierten" Scheiterhaufen überhaupt je zum Brennen bringen wollte?  Aber mit einer mysteriösen, grünen  Brandpaste schaffte er es tatsächlich! 

Nach einer Vorbereitungszeit von rd. einem Tag war es dann so weit. Der Abend war angebrochen und wir standen mit großem Respekt vor dem brennenden Holzstoß. Das Feuer verstrahlte eine unglaubliche Hitze, sodass wir von Zeit zu Zeit noch einen Schritt weiter zurückgehen mussten. Aber die Wärme war natürlich sehr angenehm.

Die Glutbahn für den Silvesterfeuerlauf ist bereit. Eine Qi-Gong-Meisterin macht Energie-Übungen, das fühlte sich gut an. Dennoch kann ich es mir zu diesem Zeitpunkt   wirklich schwer vorstellen, dass ich kurze Zeit später tatsächlich mit bloßen Füßen über die frisch heruntergebrannten glühenden Kohlen gehen soll.  Über einen Kohlenteppich, der immerhin noch zwischen + 700 und +900 Grad Celsius hat!

Die meisten in der Gruppe sind sich einig,  dass das Ganze nach der herkömmlichen Logik nicht funktionieren kann. Ich  erinnere mich an den Physikunterricht und vielleicht auch an heiße Sommertage am Strand, wo der Sand auf  ca. 30 - 40 Grad erhitzt war und ich bei ein paar Schritten schon brennende Fußsohlen hatte. Hier hat der Kohlenteppich  20 mal mehr Temperatur als der heiße Sand.  Zinn oder Alu würde sofort schmelzen und ein Sekundenbruchteil reicht, um schwerste Verbrennungen davonzutragen. Aber daran denke ich gar nicht, sondern eher daran, wie ich drüben ankomme, bei meinem Ziel.

Wolfgang Hauptwall bei seinem 1. FeuerlaufEndlich stand ich am Start. Vor mir der Teppich aus glühenden Kohlen. Innerlich beobachtete ich mich aber, ob nicht doch kurz vor dem Start eine Angstreaktion aufkommt --- doch nichts dergleichen geschah!  Und dann kam ich an die Reihe, der Trainer gab die Bahn frei und ich machte einige Schritte. Plötzlich war ich  auf der anderen Seite angelangt. Wie bin ich da rüber gekommen..??? Großes Erstaunen meinerseits! Ich hatte keine Ahnung!  Ich  spürte auch keinerlei Hitze, nur ein lauwarmes angenehmes Gefühl in den Fußsohlen. Irgendwie schien es mir, als ob ich gar nicht über die glühenden Kohlen gelaufen wäre. Um alle Zweifel zu beseitigen, lief ich gleich  noch einmal und noch einmal .... Ich weiß gar nicht mehr, wie oft es war. Aber es klappte jedes mal hervorragend. Keine Schmerzen, keine Brandblasen, keine Verletzung, nichts! Nur ein gutes Gefühl. Ich überquerte den Glutteppich jedes mal heil und völlig unverletzt. Eine tolle Sache, die eine riesengroße Freude auslöste. Schon damals wusste ich, das ist was für mich - und es ist sicher nicht mein letzter Feuerlauf. 
P.S: So war es dann in der Folge auch.  (Bild zum Vergrößern anklicken).
Wolfgang Hauptwall, Graz

Feuerlauf-UrkundeDie Urkunde ruft es mir immer wieder in Erinnerung:
Die Grenzen sind nicht so eng, wie wir denken.
Mit der entsprechenden Vorbereitung kann man auch
das schier Unmögliche schaffen! 
Und ich habe es geschafft! Da kommt Freude auf!
(Urkunde zum Vergrößern anklicken!)


Am Rande bemerkt: Eine kleine Story über Mut:
Bei diesem Feuerlauf war auch ein ganz mutiger Herr dabei, den wir alle sehr bewunderten. Er hatte sich bei seinem Feuerlauf  Nr. 2  - vor gut einem Jahr - ein paar böse Blasen geholt. Nicht bei unserem Trainer WERNER, sondern bei einem anderen.  Nun hat er sich aber  tatsächlich entschlossen, es nochmal zu wagen. Er fasste  neuen Mut  und stellte sich ein drittes Mal der großen Herausforderung.  Dass er soweit gekommen ist, war nur mit längerem, also wochenlangen  Mentaltraining möglich, wie er sagte. 

Wir bewunderten ihn alle ehrlich, als er zum Startplatz für den Feuerlauf ging und ein paar Sekunden vor dem rotglühendem Kohlenteppich stand. Das war wirklich Mut, denn er hatte bereits eine  unliebsame Erfahrung hinter sich.  Wir hatten im Vergleich dazu eine neutrale Ausgangsposition. Dann aber kam das Kommando und er lief siegreich über die glühenden Kohlen, diesmal ohne die geringsten Probleme. 

Der Applaus war ihm gewiss und er selbst hatte sich darüber wohl am meisten gefreut, hatte er doch einen großen Sieg gegen die Angst errungen. Ihm war sichtlich ein Stein vom Herzen gefallen - und er hatte wirklich großen Mut bewiesen! Wir alle waren tief  beeindruckt und begeistert. Der Feuerlauf schaffte in der Gruppe tiefe Verbundenheit und Freundschaft. Das war toll, genau so wie die anschließende Silvesterfeier!


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